Simon Geale

07 Juli 2026
Themen in diesem Artikel
  • Risiko und Resilienz

Was uns globale CEOs über die Kosten, die Haltung und die Lähmung von Resilienz verraten.

CEOs betrachten Resilienz in der Lieferkette nicht länger als reine Vorsorgemaßnahme. Sie treffen konkrete wirtschaftliche Entscheidungen darüber, welchen Wert Resilienz hat, wo die Kosten dafür getragen werden sollten und wie viel operatives Risiko sie bereit sind zu akzeptieren.

Der Global Supply Chain Resilience Bericht basiert auf einer Befragung von mehr als 500 CEOs von Unternehmen mit einem Jahresumsatz von über 500 Millionen US-Dollar in Großbritannien, den USA, Australien, Singapur und Deutschland. Der Bericht untersucht, welche Risiken Führungskräfte beschäftigen, welche Maßnahmen sie bereits ergriffen haben, welche Störungen ihre Unternehmen verkraften könnten und welchen Preis sie bereit wären zu zahlen, um besser vorbereitet zu sein.

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Was der Global Supply Chain Resilience Bericht zeigt:

  • Warum Resilienz heute eine strategische Geschäftsentscheidung auf Vorstandsebene ist
  • Weshalb viele Unternehmen ihre Krisenfestigkeit überschätzen
  • Wie Lieferkettenstörungen Umsatz und Betriebsabläufe gefährden können
  • Warum Führungskräfte bereit sind, 17,3 % mehr für resilientere Lieferketten zu zahlen
  • Wie Cyberrisiken zu einem zentralen Faktor der Lieferantenresilienz geworden sind
  • Wo Künstliche Intelligenz bereits Mehrwert schafft – und wo ihre Grenzen liegen
  • Welche Maßnahmen Unternehmen jetzt ergreifen können, um ihre Lieferketten widerstandsfähiger zu machen

Lieferkettenresilienz – welchen Preis hat Widerstandsfähigkeit?

In den vergangenen fünf Jahren wurde die Diskussion über globale Lieferketten von einer Reihe unterschiedlicher, sich überschneidender und wiederkehrender Krisen geprägt: einer Pandemiekrise, einer Inflationskrise, einer Energiekrise und einer Zollkrise. Jede dieser Entwicklungen wurde meist als außergewöhnliches Einzelereignis betrachtet.

Unsere Studie zeigt jedoch ein anderes Bild: CEOs großer internationaler Unternehmen sehen nicht länger eine einzelne Bedrohung als oberste Priorität. Auf die Frage, welches Risiko derzeit die größte finanzielle Herausforderung für ihre Lieferkette darstellt, verteilen sich die Antworten nahezu gleichmäßig auf fünf Bereiche: Klima, Nachhaltigkeit und Regulierung, geopolitische Konflikte, Protektionismus sowie neue Technologien.

Es gibt keinen klaren Ausreißer. Kein einzelnes Problem, das alle Aufmerksamkeit auf sich zieht.
Dies ist das neue Umfeld, in dem Unternehmen heute agieren. Beschaffungs- und Supply-Chain-Verantwortliche konzentrieren sich nicht mehr nur darauf, im Krisenfall schnell zu reagieren. Sie schaffen Strukturen und Funktionen, die dauerhaft auf Krisen vorbereitet sind und Resilienz zum festen Bestandteil ihrer Organisation machen.

Die Inhalte des Berichts

Der Bericht basiert auf Erkenntnissen darüber, welche Bedeutung Resilienz heute auf Vorstandsebene hat, welchen Belastungen Unternehmen realistisch standhalten können und welche Veränderungen in den Funktionen erforderlich sind, die Unternehmen widerstandsfähiger machen sollen.

1. Die Kosten der Resilienz
CEOs betrachten einen Anstieg der Beschaffungskosten um 17 % als einen akzeptablen Preis für mehr Resilienz. Allein diese Zahl zeigt, welchen Stellenwert das Thema inzwischen auf Vorstandsebene einnimmt.

2. Die Realität der Resilienz
Neun von zehn CEOs geben an, über erprobte Notfall- und Risikominderungspläne zu verfügen. Gleichzeitig könnte jedoch die Hälfte der Unternehmen operative Störungen nicht länger als drei Wochen ohne Auswirkungen bewältigen.

3. Warum Beschaffung im Mittelpunkt steht
Unternehmen sind bereit, in Resilienz zu investieren – dennoch bleiben Lieferketten anfällig. Strategien müssen entwickelt, umgesetzt und finanziert werden. Für Beschaffungsteams steigen dadurch sowohl Komplexität als auch Arbeitsaufwand.

4. KI im Einsatz – aber noch nicht am Ziel
Künstliche Intelligenz schafft bereits messbaren Mehrwert, etwa bei der Überwachung von Lieferantenrisiken, der Automatisierung von Beschaffungsprozessen und der Kostenmodellierung. Datenqualität, fehlende Kompetenzen und unklare Wirtschaftlichkeit bremsen jedoch weiterhin die Einführung.

5. Resilienz erfordert mehrere Hebel
Eine einzelne Lösung gibt es nicht. Unternehmen setzen auf eine Kombination aus enger Lieferantenzusammenarbeit, strategischer Lagerhaltung, Technologieeinsatz, Multi-Sourcing, alternativen Logistikrouten, Nearshoring und Onshoring.

6. Cyberrisiken entlang der Lieferkette
Fast die Hälfte der großen globalen Unternehmen war in den vergangenen zwei Jahren von einer durch Lieferanten verursachten Cyberstörung betroffen. Weniger als die Hälfte hat ihre Widerstandsfähigkeit gegenüber einer zukünftigen Cyberkrise umfassend getestet.

Kennzahlen auf einen Blick

72%

der CEOs würden einen Anstieg der Ausgaben für Drittanbieter und Lieferanten um mehr als 10 % akzeptieren, wenn dadurch die Resilienz ihrer Lieferketten gewährleistet werden könnte.

51%

der CEOs geben an, dass ihr Unternehmen den Geschäftsbetrieb bei einer Unterbrechung nicht länger als drei Wochen ohne Einschränkungen aufrechterhalten könnte.

78%

der CEOs sind der Ansicht, dass etablierte Beschaffungsprozesse und Einkaufsrichtlinien die Einführung von KI in ihrem Unternehmen bremsen können.

45%

der Unternehmen waren in den vergangenen 24 Monaten von einer durch einen Cybervorfall verursachten Störung ihrer Lieferkette betroffen.

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