03 November 2025

Der neueste Proxima Scope 3 Maturity Benchmark Report zeigt: Trotz politischer Rückschläge und technologischer Unsicherheiten treiben viele Unternehmen ihre Scope-3-Strategien weiter voran.

2025 war kein Jahr für Klima-Optimismus. Die USA kehrten dem Pariser Abkommen erneut den Rücken zu, zogen sich aus dem internationalen Fonds für Klimaschäden zurück und lockerten bestehende Umweltauflagen. Gleichzeitig gerieten weltweit politische Klimaziele ins Stocken. All das hätte leicht den Eindruck entstehen lassen können, dass Nachhaltigkeit, insbesondere die Scope-3-Reduzierung, global von der Agenda verschwindet.

Doch der Proxima Scope 3 Maturity Benchmark Report 2025, der bereits zum dritten Mal in Zusammenarbeit mit der Scope 3 Peer Group veröffentlicht wurde,zeigt ein anderes Bild: Unternehmen agieren zwar vorsichtiger, aber sie setzen ihre Dekarbonisierungsbemühungen fort – mit mehr Realitätssinn, mehr Komplexität, neuen Strukturen und wachsendem Bedarf an relevantenStrategien im Einkauf.

Über die Benchmark: Standortbestimmung für
Einkaufsabteilungen

Die Scope 3 Maturity Benchmark ist ein praxisnahes Bewertungsinstrument, mit dem Unternehmen den Reifegrad ihrer Einkaufsabteilung im Umgang mit Scope-3-Emissionen analysieren können. Entwickelt wurde sie von Proxima gemeinsam mit der Scope 3 Peer Group, einem offenen Netzwerk großer Unternehmen, die sich dem Thema emissionsarmer Lieferketten verschrieben haben. Über 300 Unternehmen haben bisher an der Benchmark teilgenommen. Gemeinsam repräsentieren sie einen Umsatz von mehr als 3 Billionen US-Dollar, beschäftigen über 9 Millionen Mitarbeitende, rund 60.000 davon im Einkauf.

Die Benchmark bewertet Einkaufsabteilungen entlang von sieben zentralen Bausteinen eines modernen Einkaufsmodells (Operating Models):

Strategie

Organisation

Prozesse

Menschen

Externe Zusammenarbeit

Daten & Technologie

Performance Management

Basierend auf einem strukturierten Reifegradmodell macht die Benchmark sichtbar, was Unternehmen bereits umgesetzt haben, woran sie arbeiten und welche Entwicklungen noch geplant sind. So entsteht ein klares Bild: Wo steht unsere Einkaufsabteilung heute und wie kann sie die Transformation hin zu einer nachhaltigeren Supply-Chain gezielt gestalten? Das macht die Benchmark zu mehr als nur einer Standortbestimmung: sie wird zum Impulsgeber für praxisnahe Weiterentwicklung.

2025: Ernüchterung oder Wendepunkt

Angesichts geopolitischer Verschiebungen, technologischer Komplexität und zäher Umsetzungspraxis stellt sich die Frage: Bleibt Scope 3 überhaupt noch ein Thema?

Im Report wird die aktuelle Unsicherheit vieler Unternehmen anhand eines interessanten Modells eingeordnet, dem sogenannten Gartner Hype Cycle. Ursprünglich für neue Technologien entwickelt, beschreibt es einen typischen Verlauf: Nach einer Phase überhöhter Erwartungen und Aufmerksamkeit folgt die „Ernüchterung“, gefolgt vom „Anstieg der Aufklärung“. Dort beginnt schließlich der Übergang in einen nachhaltigen Einsatz und echtes, strukturiertes Handeln.

Dieses Modell lässt sich analog auch auf Scope 3 übertragen. In den letzten Jahren wurden große Emissionsziele formuliert, viele Tech-Lösungen versprachen schnelle Wirkung, doch der praktische Fortschritt war oft mühsam und interne Ressourcen erwiesen sich komplexer als erwartet. Heute geht es nicht mehr um Schlagzeilen, sondern um wirksame Programme, belastbare Daten und tragfähige Lieferantenbeziehungen.

Unternehmen handeln – trotz Gegenwind

Trotz politischer Unsicherheiten und makroökonomischer Herausforderungen zeigt sich: Viele Unternehmen halten an ihren Nachhaltigkeitszielen fest.

Das belegt unter anderem der Bericht „US Business Sustainability Landscape Outlook 2025“ des Nachhaltigkeits-Ratinganbieters Ecovadis. Die Befragung von 400 Führungskräften großer US-Unternehmen ergab: Nur 7 Prozent haben ihre Nachhaltigkeitsbudgets tatsächlich gekürzt – trotz der politischen Kehrtwende in Washington.

Auch der Scope 3 Maturity Benchmark Report zeigt positive Entwicklungen: Teilnehmende, die erneut mitmachten, verbesserten sich im Schnitt um rund 20 Prozent, besonders in den Bereichen „Daten & Technologie“ und „Organisation“. Gleichzeitig werden Schwächen deutlich:

80 Prozent der Unternehmen verfügen noch über keine definierte Beschaffungsstrategie zur Reduktion von Scope-3-Emissionen.

Der Bereich „Talent“ schneidet durchweg am schlechtesten ab.

Es fehlt an spezialisierten Rollen, Kapazitäten und Weiterbildungsmöglichkeiten, um Dekarbonisierung strukturell voranzutreiben und in den Alltag der Einkaufsabteilungen zu integrieren.

Kollaboration als Schlüssel zur Umsetzung

Um diese Lücke zu schließen, hat Proxima gemeinsam mit der Scope 3 Peer Group das Format „Scope 3 Strategy Collective“ ins Leben gerufen. Ziel ist es, Einkaufsabteilungen nicht nur eine Standortbestimmung zu ermöglichen, sondern sie auch bei der Entwicklung einer belastbaren Beschaffungsstrategie zu unterstützen.

Im Rahmen strukturierter Workshops, praxisnaher Vorlagen und individueller 1:1- Sessions mit Proxima-Experten arbeiten Unternehmen parallel und im Austausch an ihren Scope-3-Strategien. Auf diese Weise lassen sich Ziele realistisch in die Einkaufsstrategie integrieren, wirksam umsetzen und zugleich an die Gesamtstrategie des Unternehmens anbinden.

Der Ansatz ist klar: Wissen teilen, Ressourcen bündeln und gemeinsam schneller ins Handeln kommen.

Fazit: Scope 3 ist kein Sprint, sondern ein strukturierter
Veränderungsprozess

Die Ergebnisse des Proxima Scope 3 Maturity Benchmark Reports 2025 zeigen deutlich:

SCOPE 3 BLEIBT AUF DER AGENDA, ABER DER TON HAT SICH GEÄNDERT.

Es geht nicht mehr um symbolische Zielbilder, sondern um operative Umsetzungsfähigkeit. Unternehmen verstehen zunehmend, dass der Einkauf eine Schlüsselrolle bei der Dekarbonisierung der Lieferkette spielt. Doch um diese Rolle auszufüllen, braucht es klare Strategien, investitionsbereite Führung und praxisnahe Unterstützung.

Drei zentrale Lehren:

Klarheit über den Reifegrad

schafft Orientierung: Wo stehen wir wirklich? Wo wollen wir hin?

Einkaufsabteilungen werden zum Nachhaltigkeitstreiber

aber nur, wenn sie strategisch eingebunden sind.

Kooperation ist entscheidend:

intern mit Fachbereichen und extern mit Lieferanten und Peer Groups.

Zukunftsfähige Einkaufsabteilungen sind diejenigen, die. Nachhaltigkeit nicht als zusätzliche Aufgabe, sondern als Teil ihrer Grundarchitektur begreifen – methodisch, personell und technologisch.

Der Scope 3 Maturity Benchmark Report 2025 zeigt detaillierte Ergebnisse aus über 300 Unternehmen und liefert praxisnahe Strategien zur Reduzierung von Scope-3- Emissionen.

Laden Sie den vollständigen Bericht hier herunter:

Wenn Sie darüber hinaus wissen möchten, wo Ihre Einkaufsabteilung im Vergleich steht, nehmen Sie am Benchmark teil und erhalten Sie ein klares Bild Ihres aktuellen Reifegrads:

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