René Petri

05 Oktober 2026
Themen in diesem Artikel
  • Risiko und Resilienz
  • Strategie und Planung

KI, Resilienz und Leadership als Leitlinien für 2026 

Globale Märkte bleiben in Bewegung und damit auch die Anforderungen an den Einkauf. Proxima hat vor diesem Hintergrund erneut mit Chief Procurement Officers aus einigen der weltweit bekanntesten und dynamischsten Unternehmen gesprochen. Zehn CPOs aus unterschiedlichen Branchen und Regionen geben im CPO-Report 2026 Einblicke in ihre Prioritäten. 

Sie alle beantworten eine einfache, aber zentrale Frage: Welche drei Themen  sollten  CPOs im Jahr 2026 besonders im Blick behalten? 

Die Antworten zeichnen ein klares Bild: Neben Künstlicher Intelligenz, die unangefochten im Fokus bleibt, werden vor allem Resilienz, die Weiterentwicklung von Einkaufsmodellen sowie die Bedeutung von Menschen und Partnern als wesentliche Erfolgsfaktoren genannt. 2026 markiert dabei einen Übergang: weg von reiner Reaktion auf Disruptionen, hin zu einer Phase, in der aktive Gestaltung im Vordergrund steht. 

KI ist kein Unterscheidungsmerkmal mehr 

In allen Gesprächen des Reports spielt Künstliche Intelligenz eine zentrale Rolle. Dabei zeigt sich: KI gilt 2026 nicht mehr als Unterscheidungsmerkmal – sie ist zum Standard geworden. 

Gleichzeitig sind die Ausgangspositionen im Einkauf unterschiedlich. Die wenigsten Unternehmen verstehen sich als Vorreiter. Für viele wird 2026 ein Jahr sein, in dem KI-Lösungen effektiv eingeführt und weiterentwickelt werden. Die Mehrheit setzt dabei auf klar definierte Anwendungsfälle und ermutigt ihre Teams, mithilfe von KI ihre Produktivität innerhalb klar definierten Rahmens zu steigern. 

Entscheidend ist weniger die Technologie selbst als die zugrunde liegende Fragestellung. KI ist Teil der Antwort, aber nur dann wirksam, wenn sie mit klarer Intention eingesetzt wird. 

Nina Bomberg, CPO der Hamburger Energiewerke, empfiehlt im Report, gezielt mit konkreten Use Cases zu starten: „Finden Sie einen sinnvollen Anwendungsfall für KI, der zu Ihrem Team und Ihrer Organisation passt – und setzen Sie ihn konsequent um.“ 

Resilienz als strategisches Asset 


Neben KI wird Resilienz von vielen CPOs als zentrales Handlungsfeld genannt. Investitionen in Risikomanagement, Diversifikation und belastbare Lieferketten werden zunehmend auch im Vorstand als Wertbeitrag verstanden. Einkauf wird nicht mehr ausschließlich an reiner Kostenoptimierung gemessen, sondern auch an seinem Beitrag zur Stabilität und Zukunftsfähigkeit des Unternehmens. 

Kosten bleiben dabei eine zentrale Kennzahl. Doch sie sind das Ergebnis eines definierten Anforderungsrahmens – und dieser beschreibt, welchen Wert ein Unternehmen anstrebt. Was als Wert gilt, verändert sich ebenso wie die Märkte, die diesen Wert liefern. Resilienz und Wirtschaftlichkeit stehen daher nicht im Widerspruch, sondern müssen bewusst austariert werden. 

Zeit für strukturelle Klarheit 


Ein weiteres wiederkehrendes Thema im Report ist die Notwendigkeit, das Fundament der eigenen Organisation zu stärken. Bevor großflächige Enterprise-AI-Lösungen implementiert werden, richten viele Unternehmen ihren Blick auf Datenqualität, Prozessklarheit und Entscheidungsstrukturen. 

Es gibt unterschiedliche Wege zur Einführung von KI – Eigenentwicklung, Zukauf, Outsourcing oder hybride Modelle. Doch nachhaltige Wirkung entsteht dort, wo die Grundlagen stimmen. Saubere Daten, klare Prozesse und Organisationen, die für neue Technologien bereit sind, bilden die Basis für echte Produktivitätsgewinne. 

Für viele Unternehmen gilt: Wer jetzt seine fundamentalen Strukturen stärkt und sich auf das Wesentliche konzentriert, kann kurzfristig mehr Effizienz freisetzen als durch umfassende Technologieprogramme allein. Gleichzeitig liegt in KI ein erhebliches Potenzial, individuelle Produktivität bereits heute messbar zu steigern. 

Leadership im Mittelpunkt 


So stark prägt Technologie die Diskussion; im Kern geht es um Führung. Der Übergang von einer durch Disruptionen geprägten Phase hin zu einer gestaltungsorientierten Zukunft erfordert klare Entscheidungen und Prioritäten. 

Die kommenden Monate werden für Einkaufsorganisationen richtungsweisend sein. Viele Konzepte, die lange diskutiert wurden, werden nun erstmals im größeren Maßstab umgesetzt. Für Führungskräfte stellt sich damit nicht mehr die Frage, ob Veränderung kommt – sondern wie sie diese aktiv steuern. 

Leadership bedeutet, Technologie einzuordnen, Investitionen bewusst zu priorisieren und Teams Orientierung zu geben. 

Perspektiven aus der Praxis  


Der CPO-Report 2026 basiert auf direkten Gesprächen mit Entscheidern und reflektiert deren konkrete Erfahrungen. Die Einblicke stammen direkt aus der Praxis, nicht aus theoretischen Annahmen oder Trendprognosen. Genau darin liegt seine Stärke. 

Neben Nina Bomberg teilen unter anderem Rory Lamont, CPO von Siemens Mobility, sowie Führungskräfte von Henry Schein, Arval BNP Paribas, Group Olam Agri, International Paper und weiteren internationalen Unternehmen ihre Perspektiven. 

Der vollständige CPO-Report 2026 bietet vertiefende Einblicke in die strategischen Prioritäten führender Einkaufsorganisationen weltweit. 

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